Cuba — Warten auf Godot…

Nach dem „all inclusive“ Abenteuer waren immer rechts die Berge und links das Meer und dann folgte der malerische Strand in Chiviricco.

Das Reisen ist hier ganz einfach: in der Casa fragen, ob man jemand im nächsten Zielort kennt und schon haben wir ein neues Bett. In Santiago hatten wir zwar fünf Adressen, aber die letzte Casa hatte zwei Deutsche mit Rad angekündigt und so stand ein Biketaxi mit einem Schild an der großen Kreuzung der Stadtzufahrt und die Unterbringung der nächsten drei Tage war geklärt. Wir konnten uns nicht wirklich für Kubaner ausgeben und das Schild ignorieren.

Wenn wir über den Tag unsere Kilometer fahren, dann kommen wir an unzähligen kleinen Orten vorbei – hier kann man immer wieder bestaunen, mit welcher Geduld die Kubaner ihr Leben genießen. So zum Beispiel an den unzähligen Bushaltestellen – immer wieder Warten und Warten.

Wir versüßen uns die Etappen mit frisch gepresstem Zuckerrohrsaft oder Cucurucho (Mischung aus Kokos, Schokolade, Honig und eingewickelt in einem Palmenblatt).

In Santiago konnten wir ganz angenehm die Stadt erkunden, eine Hafenrundfahrt machen, im Grandhotel den Terrassenblick genießen (wer sagt, er sei Hotelgast zahlt die überall in der Stadt üblichen Preise für Getränke), Kirchen besuchen, lecker Fisch essen, ein Museum besuchen (da hängen noch immer Bilder von E.Honecker und L.Breschniew), das Grab von Fidel besuchen und einfach endlos durch die Stadt schlendern (natürlich immer hoch und runter).

Weiter ging es dann nach Boracoa und dort war auch schon die Casa reserviert und wir brauchten nur noch auspacken und die Stadt erkunden und Pläne schmieden…

So erklommen wir dann nach dem Montag-morgendlichen Appell den El Yanque (575m) inclusive Flussdurchwatung und Bad am Ende. Unsere Sandalen waren zwar nur mittelmäßig geeignet, aber die „Fünf-Buchstaben-Bremse“ funktionierte und wir kamen heil und (nicht ganz) munter wieder am Ausgangspunkt an.

So sind wir heute in Moa gestrandet. Nichts besonderes, hier gibt es eine Nickelmine, die dem Ort und der Umgebung ihr Gesicht verleiht, sonst wohl nichts (auch keinen Eintrag im Lonely Planet) – auch für uns nur eine Zwischenstation zurück zum Meer.

Wer Kuba ein wenig kennt, oder auf der Landkarte unsere Tour verfolgt, wundert sich vielleicht ein wenig über die zurückgelegten Diastanzen. Hier das Geständnis: Wir sind von Marea del Portio mit dem Taxi nach La Mula und von Santiago de Cuba nach Baracoa mit dem ganz normalen Bus gefahren. So vermieden wir einerseits die zerstörte Straße (wir bewunderten unseren Driver und dankten allen Schutzengeln am Ende) und anderseits die Qualen der “ La Farola“.

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2 Gedanken zu “Cuba — Warten auf Godot…

  1. Tilo, dafür sind doch Transportmittel da 🙂 Ihr Beiden, lasst euch nicht verrückt machen… Auf jeden Fall bin ich begeistert von euren Bildern und der Gastfreundlichkeit der Kubaner. Das Bild mit dem Kontrabass kommt meinen Vorstellungen von Kuba sehr nahe… Gab es Salsa? Lieben Gruß in die Ferne!

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