Das kleinere Trinidad – Sancti Spiritus hat uns den ersten Regentag unserer Reise gebracht. Eine Fahrt durch die Berge im Regen. Wenn die Kubaner uns schon immer sehr verwundert beschaut haben mit unseren Rädern, dann taten sie es nun erst recht. Doch irgendwann hat auch der Regen aufgegeben und wir kamen in Trinidad fast wieder trocken an. Fahrrad fahren ist in der Innenstadt unmöglich – das überproportional buckelige Kopfsteinpflaster hindert selbst die Kubaner daran.


Eine wunderschöne Casa mit tollem Garten und einer sehr freundlichen Familie hat bereits auf uns gewartet. Doch der Regen wollte nicht wirklich aufhören und so konnten wir am ersten Tag nur eingeschränkt die kolonialen Bauten bewundern. Am nächsten Tag ging es dann an den Strand von La Boca und auf Stadttour mit gefühlten tausend anderen Touristen. Wir gönnten uns tostones (in Öl gebratenen Kochbananen) mit Krebsfleisch und tranken dazu canchanchara (ein Cocktail, der aus Rum, Honig, Zitrone und Wasser besteht).






Über die Todesstraße für tausende Krabben ging es weiter nach Cienfuegos. Wir versuchten so wenig wie möglich zu überfahren, aber selbst bei all unseren Slalomkünsten fielen unseren Steven doch zwei oder drei zum Opfer. Die Autos fuhren sehr langsam, waren aber für ganz viele tödlich. Warum diese kleinen Tiere auch zur besten Verkehrszeit die Straße queren mussten, erschloss sich uns erst ein paar Tage später.

Die Landschaft ist hier sehr grün, es gibt wesentlich mehr Flüsse zu überqueren – bei teilweise schlechten Brückenzuständen (aber überhaupt kein Vergleich zum Osten Kubas) und wir mussten bisher noch nirgends schwimmen. Das Wetter ist um einiges kühler und wir haben am Abend schon mal ein Jäckchen drüber gezogen und Nachts eine Decke übers Laken gelegt. Auch die Infrastruktur ist besser, es gibt sogar Buswartehäuschen mit Linienangaben. Leider dürfen wir Touri’s trotzdem nur Viazul nutzen.


Cienfuegos ist die modernste Stadt Kubas und vor Jahren zum UNESCO – Weltkulturerbe erklärt worden. Die Sehenswürdigkeiten – ein schönes Theater, der Malecon, die Paseo del Prado (Prachtstraße ohne Autoverkehr), Punta Gorda und noch einiges andere mehr. All das wurde uns vom Hausvater unserer Casa wärmstens empfohlen, und er war sehr bemüht, unsere Spanischkenntnisse weiter zu verbessern. Immer wieder mussten wir „todo“ wiederholen, bis die Betonung stimmte.



Unsere weitere Route brachte uns an die historischen Plätze der amerikanischen Invasion im April 1961 – Playa Giron und Playa Larga (Schweinebucht). Der erste Schauplatz mit Museum und Strand war nicht wirklich eindrucksvoll. Die Casa viel zu teuer und der Ort nicht einladend. So radelten wir noch weitere 30 Kilometer und landeten in dem beschaulichen Playa Larga. Dort hatten wir plötzlich das Gefühl, es sei irgendwo ein Bus deutscher Touristen abgekippt worden. Aber in diversen Reiseführern wird Playa Larga wohl als Schnorchelparadies geführt.
Aber dessen ungeachtet brachte uns eine Tour in den Zapata-Nationalpark zur Vogelschau und Tarantulabesichtigung. Leider ist hier noch „Winter“ (lt. unserem Guide), deshalb gab es wenig Vögel (schade) und keine Moskitos (nicht schade). Aber wir wissen jetzt auch, was die Krabben auf der anderen Straßenseite wollen (im Wald „Winterschlaf“ halten).




Jetzt sind wir in Havanna und haben schon die erste Stadttour hinter uns. Es scheint anstrengender als 60 km radeln. Und die Stadt ist einfach riesig, hat alt und neu, chic und komplett baufällig und das alles direkt nebeneinander und das Meer direkt vor der Tür. Und natürlich wachen auch hier Fidel und Che über alles und die Autos sind noch ein wenig mehr auf Hochglanz poliert.





Vielen Dank für die schönen Bilder und die kurzweiligen Berichte! Seid herzlich gegrüßt von Markus und Kirsten
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